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Pemba Stadt im Norden von Mosambik

Pemba Stadt im Norden von Mosambik

Pemba, früher Porto Amélia, ist eine Hafenstadt am Südrand einer Lagune (13.000 ha) des Indischen Ozeans im Norden von Mosambik. Pemba ist Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado und deren wirtschaftliches und administratives Zentrum. Die Einwohnerzahl wird auf etwa 120.000 geschätzt (2007).Die Altstadt besteht überwiegend aus sehr traditionellen Holzhütten und befindet sich in einem Wald von Baobab-Bäumen. Es gibt einen Suk mit traditionellen Silberschmieden. Die Neustadt ist teils kolonial, darunter ein sehr imposanter Palast, teils afrikanisch einfach aus Beton.
Seit dem 14. Jahrhundert ist hier ein Handelsplatz nachgewiesen. Die Portugiesen unterhielten hier ab dem 17. Jahrhundert eine kleine Niederlassung, aber erst 1904 verlegte die Companhia do Niassa (Njassagesellschaft) ihren Hauptsitz hierher.

 

 

Der internationale Flughafen Pemba City Mocambique Panoramas, bietet zweimal pro Woche Direktflüge nach Johannesburg sowie mehrfach wöchentlich Flüge nach Dar es Salaam, einmal wöchentlich mit Weiterflug nach Nairobi. Im Inlandsflugverkehr bestehen täglich mindestens eine Verbindung nach Maputo, mit Zwischenlandung(en) entweder in Beira und/oder Nampula bzw. Inhambane.

Fischerei und Handelsverkehr (insbesondere mit Tansania) finden hier mit Dhaus statt, von denen zahlreiche im Hafen liegen. Es existiert dort auch ein kleines Containerterminal. Seit 2005 ist die Straßenverbindung nach Montepuez als asphaltierte Schnellstraße sehr gut ausgebaut. Mit der für Ende 2009 geplanten Fertigstellung der Grenzbrücke über den Rovuma nach Tansania wird eine weitere Zunahme des Handels mit dem nördlichen Nachbarland erwartet.

Viele im Hinterland tätige Hilfsorganisationen nutzen die günstige Infrastruktur und unterhalten Büros in der Stadt. Es gibt eine öffentliche Buslinie, Sammel- und Einzeltaxis sowie zwei Mietwagenagenturen. Die Stromversorgung ist zuverlässig, die Mobilfunkabdeckung flächendeckend.

Die südlich des Stadtzentrums gelegene Praia do Wimbe (Wimbe-Strand) bietet einen etwa 8 km langen feinen Sandstrand. Dort befinden sich mehrere Hotels und Restaurants unterschiedlicher Preisklassen, ein Casino, zwei Tauchbasen und mehrere Bars und Nachtclubs.

Die vorgelagerten Korallenriffe sind für Touristen zum Fischen und Tauchen sehr attraktiv. Daneben ist die Stadt Ausgangspunkt für Reisen in das Quirimbas-Archipel und nach Ibo.

In Pemba City Mocambique Panoramas leben Makonde, Macua und Mwani. 1843 rebellierten diese Völker gegen die portugiesische Herrschaft, der sie tributpflichtig waren. ChiMacua ist die häufigste Sprache neben Portugiesisch, viele Einwohner sprechen auch Swahili (als Fremdsprache).

Die Stadt beherbergt die Universidade Católica de Moçambique (UCM), eine private Universität, die von der katholischen Kirche 1996 gegründet wurde und deren Abschlüsse staatlich anerkannt sind. Daneben gibt es eine staatliche Fachhochschule.

 

Geschichte und History von Mosambique

1. Jahrtausend
Einwanderung verschiedener Bantuvölker nach Mosambik.

15. Jahrhundert
Südlich des Sambesi leben Tonga und Karanga. Die Tonga, die überwiegend Landwirtschaft ausüben, bilden nur sehr kleine politische Einheiten. Die Karanga, die eher Viehzucht betreiben, bilden dagegen eine Reihe verschieden großer Staaten. Sie sind offenbar mit der Kultur von Groß Simbabwe verbunden. Das wichtigste Karangareich ist Monomotapa (auch Mwenemutapa, nach dem Titel seiner Könige), allerdings wurde sein Einfluß und seine Ausdehnung von den portugiesischen Chronisten vielleicht überschätzt. Bedeutende Herrscher aus dieser Zeit sind Mutota (gestorben um 1450) und Matope (gestorben um 1480). Weitere Karangastaaten sind Barue, Kiteve und Manica. Tonga und Shona in der Region werden integriert oder abhängig gemacht. Nördlich des Sambesi leben die Makua, die keine größeren politischen Organisationen bilden.

2. März 1498
Vasco da Gama landet auf der Insel Mosambik. Damit beginnt der portugiesische Einfluss im Raum des Indischen Ozeans.

1502/1505
Das 16. Jahrhundert ist durch das Vordringen der Portugiesen in den Raum des Indischen Ozeans gekennzeichnet. Die ostafrikanische Küste ist dabei als wichtigste Etappe von großer Bedeutung. 1502 wird auf der Insel Mosambik eine erste portugiesische Handelsstation errichtet. 1505 ernennt Portugal António de Saldanha zum ersten Kapitän von Sofala. Sofala war zuvor eine arabische Handelsniederlassung, wo vor allem Goldhandel betrieben wurde. Sie war Teil des ausgedehnten arabischen Handelsnetzes an der ostafrikanischen Küste.

Mitte des 16. Jahrhunderts
1530 wird das Kapitänat von Mosambik und Sofala eingerichtet, das dem Vizekönig in Goa (Indien) untersteht. Die Stelle des Kapitäns wird zeitlich befristet vergeben und ist einträglich. Deshalb kommt es zu Nepotismus, Konflikte zwischen Kapitänen und der Krone oder zwischen verschiedenen Bewerbern für das Amt sind häufig. Eine langfristige Politik findet nicht statt. In den 1530er und 1540er Jahren gründen die Portugiesen Niederlassungen in Sena (am Sambesi) und in Quelimane, teils auf staatliche, teils auf private Initiative hin. 1560 treffen Jesuitenpriester in Mosambik ein, und auch Dominikanermönche werden dort tätig. 1563 richtet Papst Pius VI. die kirchliche Verwaltung von Mosambik und Sofala ein.

Ende des 16. Jahrhunderts
Die Portugiesen versuchen, das Hinterland der ostafrikanischen Küste zu unterwerfen. Treibende Kraft hinter diesen Bestrebungen ist König Sebastian von Portugal, genannt „der Afrikaner“, das Vorbild sind die spanischen Eroberungen und die Erbeutung großer Silberschätze in Mexiko und Peru. Expeditionen gegen Monomotapa scheitern jedoch 1573 und 1574. Ziel der Portugiesen sind dabei vor allem die (vermeintlichen) Goldminen im Hinterland. Soldaten und Händler dringen am Sambesi entlang ins Landesinnere vor und errichten dort die ersten Siedlungen. Sena und Tete am Sambesi werden zu Kapitänaten ernannt, doch erweist sich bald, daß die Goldvorkommen gering und kaum wirtschaftlich zu gewinnen sind.

Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts
Im Norden fallen die sogenannten Maravi in Land ein. Auslöser sind vermutlich Dürren und Hungersnöte im Hinterland, was sich auch im nördlich benachbarten Tansania beobachten lässt. Zunächst handelt es sich dabei um wenig organisierte kriegerische Gruppen. Anfang des 17. Jahrhunderts bilden sich indes dauerhaftere politische Einheiten: Kalonga, Lundu und Undi. Von den Portugiesen wird Nordmosambik zunächst kaum berührt.

1612

Die Kirche von Mosambik wird 1612 von der Erzdiözese Goa (Indien) getrennt, Mosambik wird eine prelazia, der aber ein Geistlicher niederen Ranges vorsteht.

Anfang des 17. Jahrhunderts
Der Mwenemutapa (siehe 15. Jh.) Gatse Lucere (auch Gatsirusere) verbündet sich mit den Portugiesen und öffnet sein Reich dem portugiesischen Handel. Hintergrund sind Einfälle der Maravi (siehe unten) und Auseinandersetzungen mit anderen Karangaherrschern. Bald entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem Führer der portugiesischen Händler in Tete, Diogo Simoes Madeira, und anderen von Portugal ernannten conquistadores einerseits und Gatse Lucere andererseits. Gatse Lucere stirbt 1623, die Hoffnung auf Gold am oberen Sambesi erfüllt sich nicht.

Mitte/Ende des 17. Jahrhunderts
Nach dem Tod des Mwenemutapa Gatse Lucere (siehe unten) 1623 kommt es zu internen Auseinandersetzungen unter den Karanga. Auch die portugiesische Herrschaft in dieser Region ist bis dahin kaum befestigt. 1631 gibt es einen Aufstand gegen die Portugiesen. Die bislang unabhängigen Teile Mosambiks werden daraufhin durch Diogo de Sousa de Meneses unterworfen. Bis zum Ende des Jahrhunderts bleibt die portugiesische Herrschaft unangefochten. Allerdings gibt es nur im Sambesital eine größere Zahl portugiesischer Siedler. Dort bildet sich auch eine afro-portugiesische Bevölkerungsschicht, die sogenannten muzungos, die später für den Fortbestand der portugiesischen Herrschaft von entscheidender Bedeutung sind.

1635/1640
Während der spanisch-portugiesischen Personalunion (1580-1640) sind die portugiesischen Überseegebiete oft Ziel niederländischer und englischer Angriffe, so auch Mosambik. 1635 kommt es schließlich zum Friedensschluss mit England, 1640 mit den Niederlanden. Die englischen Indienfahrer erhalten das Recht, sich in den portugiesischen Stützpunkten in Ostafrika zu versorgen. Die Niederländer gründen weiter südlich am Kap Niederlassungen.

1675
Die wirtschaftlichen Monopole der Kapitäne (siehe unten) gehen an eine Handelskammer mit Sitz in Goa (Indien) über. Damit endet die gleichsam feudale Verwaltungspraxis zumindest offiziell. Die Kapitäne der Insel Mosambik sind de jure für ganz Mosambik zuständig, de facto besitzen die verschiedenen Niederlassungen auf dem Festland weitgehende Selbständigkeit. Eine einheitliche Verwaltung besteht nicht.

Wende 17./18. Jahrhundert
Im 17. und 18. Jahrhundert wird der Einfluss der Araber, vornehmlich des Sultanats von Oman, an der ostafrikanischen Küste zum Schaden der Portugiesen wieder größer. Die Omanis setzen sich auf den Inseln Sansibar, Pemba und Pate vor der ostafrikanischen Küste fest, 1698 erobern sie Mombasa (Kenia). Von diesen Stützpunkten aus errichten sie ein ausgedehntes Handelsimperium in Ostafrika.

Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts

In den 1690er Jahren erhebt sich Changmire (der Titel eines Karanga-Herrschers) gegen die portugiesische Herrschaft im Karangaland. Nachdem die Portugiesen die Region Mitte des 16. Jahrhunderts unterworfen hatten, gab es dort keine zentrale politische Macht mehr. Allerdings beschränkten sich auch die Portugiesen darauf, Tribute einzusammeln und Goldhandel zu treiben. Nach dem Zusammenbruch ihrer Herrschaft regieren dort Karanga-Herrscher, die sich Rozvi nennen; eine herausragende Gestalt ist Changmire Dombo. Seit 1704 reiben sie sich indes in inneren Konflikten auf. 1745 wird der Goldhandel mit den Portugiesen in Zumbo wieder aufgenommen. Die Region bleibt unter der Herrschaft mehrerer konkurrierender afrikanischer Herrscher.

1721/1781

Die Niederländer gründen eine Niederlassung an der Delagoa-Bucht am Ort des heutigen Maputo. Zuvor hatte das Gebiet zwischen Sabi und Limpopo außerhalb der portugiesischen Einflußzone gelegen, von den Vorstößen einiger Elfenbeinhändler oder Missionare einmal abgesehen. Die Niederländer geben ihre Siedlung 1730 wieder auf. 1727 gründen indes die Portugiesen eine Niederlassung in Inhambane, wo es zuvor nur eine kurzlebige Missionsstation gegeben hatte. An der Delagoa-Bucht selbst kommt es erst 1778-1781 wieder zu einer europäischen Ansiedlung, als ein Engländer in österreichischen Diensten dort eine Faktorei gründet. 1781 schließlich gründen die Portugiesen dort eine Station als Stützpunkt für den Elfenbeinhandel und die Versorgung von Walfängern.

1752
Die Verwaltung Mosambiks wird von Goa (Indien) getrennt. Sie untersteht zunächst einem General-Kapitän, später einem General-Gouverneur, der direkt Lissabon unterstellt ist. Die Voraussetzungen für eine einheitliche Verwaltung sind in Mosambik angesichts der schlechten Infrastruktur jedoch nicht gegeben.

18. Jahrhundert
Kolonisation Die portugiesische Regierung fördert die Kolonisierung des Landes durch Europäer, indem sie Land zu günstigen Konditionen vergibt – man bezeichnet dies als prazo-System. Das System knüpft an feudale europäische, noch mehr aber an afrikanische Herrschaftskonzepte an. Die afro-portugiesischen prazeros erlangen einflussreiche Stellungen in den afrikanischen Klientelsystemen. Die prazos gehen auf die informellen Herrschaftsbereiche einzelner fidalgos (Edelleute, Ritter) im 17. Jahrhundert zurück. Als förmliches Kolonisationsprojekt im Sinne des portugiesischen Staates scheitert das Konzept, aber es garantiert die indirekte portugiesische Herrschaft.

18. Jahrhundert
Sklavenhandel Im 18. Jahrhundert nimmt der Sklavenhandel in Ostafrika zu, nachdem die Franzosen auf ihren Kolonien im Indischen Ozean den Zuckerrohranbau verstärken. Offiziell ist der Handel mit den Franzosen zunächst verboten, doch angesichts der lockenden Gewinne entwickelt sich umfangreicher Schmuggel. 1785 genehmigt Portugal den Handel mit den Franzosen auf der Insel Mosambik, um ihn unter staatliche Kontrolle zu bekommen.

Anfang des 19. Jahrhunderts
Dürre 1794-1802 herrscht eine große Dürre in Südafrika (als mahlatule in Erinnerung), und von 1817 bis zum Ende der 1820er Jahre ist es erneut sehr trocken. Es kommt zu sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen unter den afrikanischen Völkern. Auch das prazo-System (siehe unten) bricht zusammen, weil der Grundbesitz keinen Lebensunterhalt mehr sichert.
Anfang des 19.Jahrhunderts: Sklavenhandel Während der Napoleonischen Kriege ist der Sklavenhandel mit Franzosen verboten. 1811 wird er für die ganze mosambikanische Küste wieder freigegeben. Die Nachfrage kommt jetzt vor allem aus Brasilien, Kuba und den Vereinigten Staaten. 1830 wird der Sklavenhandel mit Brasilien auf britischen Druck hin offiziell verboten, 1836 erfolgt ein allgemeines Verbot des Sklavenhandels. Der Schmuggel besteht jedoch bis in die 1860er Jahre fort

Anfang des 19. Jahrhunderts
Nguni Die Nguni werden von den Zulu aus Südafrika nach Norden vertrieben. Aufgrund der Dürren sind in diesem Raum viele Menschen auf Wanderschaft. Die Nguni, ursprünglich eine sesshafte bäuerliche Bevölkerungsgruppe, schließen sich in beweglichen kriegerischen Einheiten zusammen, um durch Eroberungen ihr Überleben zu sichern. In den 1820er Jahren unterwerfen die Nguni unter Nxaba und Ngwana Maseko fast die gesamte Region zwischen Limpopo und Sambesi. Nxabas Reich fällt schon 1836/37 wieder auseinander. In der Limpopo-Gegend gründet Soshangane das Gaza-Königreich. Es ist besser organisiert und bleibt bis in die 1890er Jahre bestehen. Auch nördlich des Sambesi entstehen zahlreiche, wenn auch kurzlebige Nguni-Staaten.

Mitte des 19. Jahrhunderts
Nach den Nguni-Unruhen (siehe unten) kehren langsam wieder stabilere Verhältnisse ein. Einige afro-portugiesische Familien, darunter auch solche indischer Abstammung, können ihren Einfluss vor allem in der Sambesi-Region wieder ausweiten, aber auch in anderen Landesteilen gibt es ähnliche Entwicklungen. Diese Clans stützen sich auf ihr bewaffnetes afrikanisches Gefolge, die sogenannten chicundos, die zum Teil auch selbst eigene Siedlungen gründen. Portugal bemüht sich, diesen privaten Vorstößen einen offiziellen Charakter zu geben, kontrolliert die muzungos (Afro-Portugiesen) aber nicht wirklich. Die wirtschaftliche Grundlage der muzungos sind nun aber nicht mehr Ländereien wie während des prazo-Systems, sondern Elfenbein- und Sklavenhandel. Das alte Sozialgefüge ist zerstört.
1856 Aus Angola kommend, reist Livingstone den Sambesi hinunter. Sein Reisebericht erweckt in Großbritannien großes Aufsehen. 1858 erfolgt eine britische Expedition zur Erkundung des Sambesi, die mit einem Dampfschiff ausgerüstet ist. Die britischen Aktivitäten konzentrieren sich in der Folgezeit jedoch auf das Gebiet des heutigen Malawis.

Ende des 19. Jahrhunderts

Die afro-portugiesischen Familien (siehe unten), die das Sambesi-Tal beherrschen, geben sich in ihren Beziehungen mit Europäern als Portugiesen, treten gegenüber Afrikanern aber wie afrikanische Herrscher auf. So tragen sie zum Beispiel neben ihren portugiesischen Namen auch afrikanische. Sie stehen weitgehend außerhalb staatlicher Kontrolle, sind oft untereinander verfeindet und vor allem im Elfenbein- und Sklavenhandel tätig. Herausragende Figuren sind Pedro Caetano Pereira, genannt Choutama, Joaquim da Cruz (Nhaude), António da Cruz (Bonga) und Paul Marianno Vas dos Anjos. In den 1850er und 1860er Jahren unternimmt die portugiesische Regierung mehrere Militärexpeditionen zur Unterwerfung dieser „warlords“, hat damit aber keinen durchschlagenden Erfolg.
1858 König Soshangane von Gaza stirbt. Unter seiner Herrschaft im Limpopo-Gebiet hatte sich der portugiesische Elfenbeinhandel ausgeweitet, vor allem von Lourenço Marques (Maputo) aus. Nach seinem Tod kommt es zu Thronwirren. Einer seiner Söhne, Umzila, kann sich nach langen Kämpfen mit portugiesischer Hilfe schließlich durchsetzen.

1870er/1880er Jahre
Diamant- und Goldfunde in Südafrika verstärken das Interesse für das südliche Afrika, vor allem das Großbritanniens. Insbesondere die Delagoa-Bucht, der nächstliegende Hafen für die Minen am Rand, wird zum Streitpunkt zwischen Buren, Briten und Portugiesen. Die Burenrepublik und Portugal planen eine Eisenbahn vom Rand nach Lourenço Marques, doch 1877-1881 wird Transvaal vorübergehend von Großbritannien annektiert. 1884 erkennt Großbritannien die portugiesische Einflußsphäre an, doch wird der Vertrag nicht ratifiziert. Auch Deutschland tritt in den Wettkampf um Afrika ein, indem es in Nachbarschaft zu den portugiesischen Kolonien die Schutzgebiete Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) und Deutsch-Ost-Afrika (Tansania) gründet. Derweil ziehen die südafrikanischen Minen auch aus Mosambik Arbeiter an. König Umzila von Gaza unternimmt es, Kontraktarbeiter zu vermitteln. Arbeitsmigration wird schnell ein beherrschendes Muster der mosambikanischen Wirtschaft.

1884
König Umzila von Gaza stirbt. Sein Nachfolger wird Gungunhana. Der verhandelt mit der portugiesischen Kolonialregierung, um angesichts der Bedrohung durch Buren, Briten und Afro-Portugiesen (am Sambesi) seine Unabhängigkeit zu wahren. 1889 zieht er sich aus der Gegend am Sabi zurück und verlagert das Zentrum seines Reiches nach Süden an den Limpopo.

1880er/1890er Jahre
Der Afro-Portugiese Manuel António de Sousa heiratet in die königliche Familie von Barue ein und erlangt so die Herrschaft über dieses Reich bei Sena. Der portugiesische Spekulant Andrada verbündet sich mit ihm mit Billigung der Kolonialregierung zur Erschließung des Sambesi-Gebietes, das bis dahin außerhalb staatlicher Kontrolle stand (siehe unten). Der rivalisierende Da-Cruz-Clan wird geschlagen. Portugal strebt ein zusammenhängendes afrikanisches Reich von Angola im Westen bis Mosambik im Osten an. Mit Großbritannien umstritten sind die Regionen des späteren Nyassalandes (Malawi) und Rhodesiens (Simbabwe). Nachdem Großbritannien Portugal 1890 mit Krieg gedroht hatte, kommt es 1890/91 zu einer vertraglichen Einigung. Zumbo und Tete am Sambesi sowie die Delagoa-Bucht werden dabei von ihrem Hinterland abgeschnitten.

1891
Die Mosambik-Kompanie erhält eine Konzession für die Region zwischen Sabi und Sambesi, die Niassa-Kompanie folgt 1894 mit einer Konzession für das Gebiet zwischen Rovuma und Lurio im Norden. Da Sousa (siehe unten) in Barue gestürzt wurde, ist die Region am Sambesi zunächst unsicher. Nach ihrer Unterwerfung wird sie der Sambesi-Kompanie übertragen, die bei der Verwaltung an das alte prazo-System anknüpft.

1894/1895
Die Eisenbahn von Pretoria nach Lourenço Marques wird fertiggestellt, doch ist Transvaal inzwischen von den Briten eingeschnürt. 1899 erkennt Großbritannien Portugals Besitzungen in Afrika an und erhält dafür die Unterstützung Portugals in den Burenkriegen. Süd-Mosambik wird wirtschaftlich zusehends von Südafrika und Rhodesien abhängig.

1895
Die militärische Unterwerfung des Gaza-Königreiches im Süden Mosambiks beginnt. Es bedroht die Interessen der Konzessionsgesellschaften und die Sicherheit der Eisenbahn nach Südafrika. König Gungunhana wird gefangengenommen und ins Exil geschickt. 1897 gibt es noch einmal einen Aufstand unter Führung seines Armeechefs Maguiguana, der aber von Portugal unterdrückt wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts
Mosambik wird teils von den Konzessionsgesellschaften, teils staatlich verwaltet; das ehemalige Gaza-Königreich steht unter Militärverwaltung. „Ungenutztes“ Land wird verstaatlicht. Da Mosambik zum Rekrutierungsgebiet von Arbeitern für die südafrikanischen Minen wird, erläßt die Regierung erste Regeln zur Arbeitsmigration. 1910 wird die Monarchie in Portugal gestürzt. Die folgenden republikanischen Regierungen versuchen, den Kolonien mehr Autonomie zu geben. Das Eisenbahnnetz wird ausgebaut: Neben kurzen Strecken in Mosambik selbst vor allem durch die Trassen Beira – Salisbury (Rhodesien) und Lourenço Marques – Swasiland, wodurch die Abhängigkeit von den dortigen Bergbaugebieten betont wird. Die Konzessionsgesellschaften in Mosambik leben vor allem vom Anbau von Baumwolle und Zucker, dem Betrieb der Eisenbahnen und der Erhebung von Steuern.

1916/1918
Nach anfänglicher Neutralität tritt Portugal auf Seiten der Alliierten in den I. Weltkrieg ein. In Barue kommt es wegen der Zwangsrekrutierungen für Arbeits- und Militärdienste zu einem Aufstand, der sich in der Sambesi-Region ausbreitet. Er kann von Portugal unterdrückt werden, doch hält sich eine Guerilla bis 1920. Nord-Mosambik wird zum Operationsgebiet der deutschen Kolonialtruppen unter Lettow-Vorbeck.

1917/1918
Der Status von indígena (Eingeborener) und não-indígena (Nicht-Eingeborener) wird 1917 offiziell geregelt. Die Einstufung entscheidet über Steuerpflicht und die Pflicht zu Zwangsarbeit. Für Afrikaner sind portugiesische Sprachkenntnisse und Schulbildung erforderlich, um als não-indígena zu gelten. 1918 wird in Lourenço Marques eine Sekundarschule gegründet, doch ist Schulbildung wenig verbreitet; die meisten Schulen sind kirchlich. Nach dem I. Weltkrieg bilden sich verschiedene afrikanische Interessensvertretungen, vor allem für mestizos.

Zwischenkriegszeit 1926
wird in Portugal die Republik gestürzt und der autoritäre Estado Novo gegründet, dem von 1932 bis 1966 António Salazar als Premierminister vorsteht. Er stützt sich auf Armee, Verwaltung und Großunternehmen. Die Kolonien gelten ihm als Mittel zur Lösung der portugiesischen Wirtschaftsprobleme. Die Kolonialwährungen sind nur mit dem escudo konvertierbar, es herrscht strenge fiskalische Kontrolle. Die Kolonien sollen Devisen erwirtschaften, Rohstoffe liefern und portugiesischen Produkte abnehmen. In Mosambik wird der Baumwollanbau stark ausgeweitet, zunächst durch Preisanreize, später durch Zwang. Daneben werden auch neue Produktionszweige eingeführt, wie Tee oder Cashewnüsse. Insgesamt nimmt die Agrarproduktion stark zu. Arbeitsmigranten, Bahnen und Häfen bringen Devisen ein. Die Konzessionen werden nicht verlängert (die letzte läuft 1941 aus), ganz Mosambik wird einer einheitlichen staatlichen Verwaltung unterstellt. Der Status der indígenas verbessert sich indes kaum. 1933 wird das spätere Centro Associativo dos Negros de Moçambique gegründet, das ihre Interessen vertreten will.

1947/48

Streiks gegen die Kolonialherrschaft

1951
erhält das Land den Status einer portugiesischen Überseeprovinz. Mehr als ein Jahrzehnt hatte die 1962 gegründete Frelimo für das Ende des Kolonialismus gekämpft, ehe 1974 schließlich mit der Kolonialmacht Portugal in Lusaka ein Abkommen über die Unabhängigkeit des Landes abgeschlossen wurde.

Erster Staatspräsident
wurde Machel, doch Bürgerkrieg und eine anhaltende Dürre stürzten Mosambik in eine wirtschaftliche Krise und das Land brach weitgehend zusammen, da die Portugiesen, die bis dahin das Rückgrat in Wirtschaft und Verwaltung gebildet hatten, fluchtartig das Land verließen. Ihre Nachfolger konnten den Anforderungen verständlicherweise kaum genügen, sodass in der Folge die Wirtschaft verstaatlicht und die Landwirtschaft kollektiviert wurden, wobei man die kleinbäuerliche Bevölkerung zwangsweise in Gemeinschaftsdörfer umsiedelte sowie große Kollektivfarmen errichtete. In den 80er-Jahren begann eine zaghafte wirtschaftliche Liberalisierung und 1990 wurde eine neue liberale Verfassung beschlossen. Vier Jahre später gab es erstmals freie Wahlen, zu denen auch andere Parteien zugelassen wurden. Nachdem 1996 der langanhaltende Bürgerkrieg beendet wurde und UN-Blauhelmsoldaten die Lage stabilisierten, folgte im Jahr 2000 eine verheerende Überschwemmungskatastrophe infolge schwerer Regenfälle. Am 4. Oktober 2001 eröffnet im südlichen Afrika mit der Zusammenlegung von Krügerpark (Südafrika) und Gazapark (Mosambik) eines der größten grenzüberschreitenden Naturschutzgebiete der Welt.

11:20 , 13. Oktober 2014 Kommentare deaktiviert für Pemba Stadt im Norden von Mosambik